Miriam Zenorini mit Förderpreis Agitu Ideo Gudeta 2022 ausgezeichnet

Mit dem Förderpreis in memoriam Agitu Ideo Gudeta möchten die Promotorinnen Frauen, welche in Südtirol und im Trentino als Pionierinnen einer zukunftsfähigen bäuerlichen Landwirtschaft multifunktional tätig sind, und als Innovatorinnen des ländlichen Raumes wirken, ins Rampenlicht stellen. Vielfalt, nicht Monostrukturen, birgt das Potenzial sowohl von Stabilität als auch von Wandel - sei es auf betrieblicher oder auch gesellschaftlicher Ebene - weil es neue Kombinationen und Lösungen ermöglicht. Sie zeigen, wie sie in ihrer landwirtschaftlichen Arbeit verschiedene Bereiche integrieren und neue Kombinationen und Lösungen erzielen. Sie wirken im Bereich der Produktinnovation und der Innovation von Vermarktungswegen. Sie verbinden Kultur, Soziales und Gesundheit mit landwirtschaftlicher Tätigkeit und beleben ländliche Räume mit ihren Angeboten. Sie leisten auch Beiträge zur Landschaftsökologie und zeigen, dass Landwirtschaft und der ländliche Raum viel kreatives Potenzial bergen.

Die Promotorinnen des Preises Martina Schullian, Susanne Elsen, Alessandra Piccoli, Monika Gross und Marion Maier haben in den vergangenen Monaten die insgesamt 18 Bewerbungen gesichtet und daraus einhellig Miriam Zenorini als überzeugende Siegerin ausgewählt.

Miriam Zenorini, die Betreiberin des ersten Südtiroler Bio-Sozialhofs Vintlerhof in Brixen hat ein Studium in der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit, sowie einen Master in Sozialer Landwirtschaft absolviert und ist Quereinsteigerin im Bereich der Landwirtschaft. Sie betreibt mit ihrem Mann den von den Combonibrüdern übertragenen Hof nach biologischen und sozialen Kriterien, integriert benachteiligte Arbeitskräfte, wirkt in der Landschaftsökologie, bezieht Konsumentinnen über innovative Vermarktungsformen und Gemeinschaftsaktivitäten ein und wirkt im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Mit der Auszeichnung ist ein Förderbetrag von 2.500 Euro verbunden. Zudem ist die Schaffung eines Netzwerkes landwirtschaftlicher Innovatorinnen, die in der Tradition von Agitu Ideo Gudeta wirken mit dieser ersten Auszeichnung angelaufen. Die Preisträgerin ist eingeladen, ihr Projekt im darauffolgenden Jahr bei der Übergabe des nächsten Preises zu präsentieren. Wir möchten so den Kontakt zu den Preisträgerinnen halten und das Netzwerk „Agitu Ideo Gudeta“ weiter vergrößern. Im Rahmen der Verleihung wurden auch alle weiteren 16 Kandidatinnen und ihre Tätigkeiten kurz vorgestellt.

Der Preis wird von der Raiffeisenkasse Bozen, Ethical Banking sowie von der Cassa Rurale Alta Valsugana zur Verfügung gestellt. Die Abwicklung erfolgt über den Verein Südtiroler Ärzte für die Welt.

(v.l.n.r.) Susanne Elsen, Monika Gross, Marion Maier, Roland Furgler, Preisträgerin Miriam Zenorini, Martina Schullian, Alessandra Piccoli

 „Premio Speciale Vintola“ an Julia Gasser verliehen

Zusätzlich zur Verleihung des Agitu-Förderpreises konnte eine weitere Sonderauszeichnung verliehen werden. Der Preis „Premio Speciale Vintola“ wird vom Verein AEvvento al Vintola zur Verfügung gestellt und ist mit 1.000 Euro dotiert. Er dient der Auszeichnung einer zweiten Pionierin nach den gleichen Kriterien.

Julia Gasser, ausgebildete Musikerin und ambitionierte Jungbäuerin auf dem Maso Conti in Capriana (TN). Julia ist vor wenigen Jahren beim Punkt Null gestartet. Getragen von ihrer Vision des Lebens als Bäuerin, hat sie unter extremen Bedingungen eine landwirtschaftliche Struktur geschaffen, die eine große Wirkung im Sinne öko-sozialer Entwicklung in ihrem Umfeld erzielt hat. Der Hof liegt in einem extrem steilen Gelände, welches mit PKW nicht erreichbar ist und dennoch hat Julia mit ihrem Mann ein Zentrum innovativer bäuerlicher Landwirtschaft, verbunden mit Produkt- und Vermarktungsinnovationen geschaffen, die auch als Beispiel für diese abgelegene Region dient. Safrananbau- und Vermarktung als Nischenproduktion, Produktion von Ziegenkäse oder Angebote der ökologischen Familienfreizeit bilden mittlerweile die Basis einer multifunktionalen Existenz, deren Sicherung nach wie vor eine große Herausforderung darstellt. Die Verleihung des Preises an Julia Gasser soll sie ermuntern, durchzuhalten. Auch Agitu war stets konfrontiert mit existenziellen Herausforderungen.

 

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